Geisterbahn

Sonntag, 25. Juli 2015 – Zwölfuhrzweiundvierzig, einundzwanzigkommein Grad. Seit der Nacht: Sommersturm.

Die “Kulturzeit” kündigt die Neueröffnung des Richard-Wagner-Museums in Bayreuth gleich zweimal mit folgenden Worten an: “Ausstellungen zeigen Leben und Wirken Wagners, auch unter den Nationalsozialisten.” Wenn das kein Grund ist, die Geisterbahn mal wieder in Gang zu setzen.

Und gerade auf Spiegel online die Schlagzeile: Die deutsche Bundesregierung “pocht auf Massenentlassungen in Griechenland”.

Heute vor 35 Jahren starb Juliane Plambeck bei einem Autounfall auf der Landstraße zwischen Bietigheim und Vaihingen. Auf ihrem Grabstein in Karlsruhe-Rüppurr steht ein Satz Friedrich Nietzsches: “Ihr Verzweifelnden! Wieviel Mut macht ihr denen, die euch zuschaun!”

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Premiere des neuen Marthaler-Romans

Matthias Koeberlin

liest
Jan Seghers: Die Sterntaler-Verschwörung

Dienstag, 25. November 2014, 20 Uhr
Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt
Moderation: Heiner Boehncke
Eintritt: 12 Euro
Vorverkauf unter 069-435173
und unter: info@buchhandlung-schutt.de

Donnerstag, 16. Oktober 2014 - Fünfzehnuhrsechsunddreißig, neunzehn Grad. Sahara-Oktober.

In der Süddeutschen Zeitung von heute hat die Familie von Helmut Ruge (Autor, Satiriker, Kabarettist), der am 8. Oktober verstorben ist, eine Traueranzeige veröffentlicht. Deren letzter Satz lautet: „Lasst uns ein intensives Leben zelebrieren“. Es könnte einem schwindlig werden, wenn man bedenkt, was alles verquer ist an diesen wenigen Worten.

Am 16. Oktober 1946 wurde Joachim von Ribbentrop als erster von zehn zum Tode verurteilten Kriegsverbrechern um 1:12 Uhr im Nürnberger Justizgefängnis hingerichtet.

Mittwoch, 15. Oktober 2014 – Dreizehnuhrvier, vierzehnkommneun Grad. Über die Alpen strömt Luft aus der Sahara nach Mitteleuropa. Her damit!

Immer auf der Suche nach guten Roman-Anfängen, finde ich diesen umwerfenden:
„Es war die beste Zeit, es war die schlechteste Zeit, es war das Zeitalter der Weisheit, es war das Zeitalter der Dummheit, es war die Epoche des Glaubens, es war die Epoche des Unglaubens, es waren die Tage des Lichts, es waren die Tage der Finsternis, es war der Frühling der Hoffnung, es war der Winter der Verzweiflung, wir hatten alles noch vor uns, wir hatten nichts mehr vor uns, wir gingen alle geradewegs in den Himmel, wir gingen alle geradewegs in die andere Richtung …“
So beginnt „A Tale of Two Cities“ von Charles Dickens. Das Buch ist der am häufigsten verkaufte Roman aller Zeiten, und ich kannte ihn nicht …

Heute hätte Italo Calvino Geburtstag, wäre er nicht am 19. September 1985 in Siena gestorben.